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Donnerstag, 4. September 2008

Diskussion über die Geschlechterrollen

Besser gesagt, es gab eine Diskussion, wie man sein Kind richtig erzieht - und ob es geschlechtsspezifisch erzogen werden soll. Da hat doch tatsächlich eine Mutter gesagt, ihr Kind solle nicht in die Männerrolle hineinbugsiert werden, sondern auch mit Puppen und Kinderwagen spielen.

Tja, nur ist eben schon lange klar, daß die Geschlechterdifferenzierung nicht durch die Sozialisation bewirkt wird, sondern biologisch fest verankert ist. Jeder Junge wird sich bald von den Puppen ab- und den Autos zuwenden - und umgekehrt. In diesem Sinne habe ich auch argumentiert, wobei es dann noch um lange Haare als Merkmal des Weiblichen ging.

Da war dann diese junge Mutti auch wieder betroffen, denn sie hat ausgerechnet raspelkurze Haare. Sie meinte: "Da wirke ich wohl dann eher männlich?" - was ich umstandslos bestätigte.

Sie hat mir das nun hoffentlich nicht übelgenommen.

Mittwoch, 3. September 2008

Gruppenphase eins

Das ist, wie jeder Sozialfuzzi weiß, die Orientierungsphase. In dieser Phase ist alles nett, schön oder sogar toll. Alle stellen sich andauernd vor, man erfährt viel über die einzelnen Mitschüler, alle sind erstmal freundlich und zeigen sich von ihrer besten Seite.

Bis jetzt finde ich das Klima äußerst angenehm. Für mich hat sich noch kein Machtkampf-Potential gezeigt, aber ich bin sicher, daß die Nickligkeiten, das Tratschen und Hinter-dem-Rücken-Reden bald losgehen werden. Leider ist der Mensch nur ein Mensch und kann nicht anders.

Habe heute in Musik erzählt, daß ich gerne die Zeit zurückdrehen und ne ordentliche musikalische Ausbildung machen würde, weil ich am liebsten Musiker wäre. Alle anderen stellten ebenfalls ihre Lebensläufe vor und waren dabei sehr offen. So kann man gut 90 Minuten rumkriegen.

Dienstag, 2. September 2008

Sportlehrer im Frauenland

Eins steht fest: der Erziehungs- und Pädagogik-Sektor ist fest in Frauenhand. Jede Klasse an der Schuhle hat gerade so ihren "Quotenmann". Und die Lehrerschaft hat drei Quotenlehrer, unter x Lehrerinnen und einer Direktorin. (Ich halte nichts von Frauen in Führungspositionen, aber egal.)

Jedenfalls hat heute der Sportlehrer sich und sein Fach vorgestellt. Man muß ihn sich als Gemütsmenschen mit Hang zum Spaßmacher und Clown vorstellen. Er hat ne gute Ader, schnell beliebt zu sein.

Er gab bekannt, was er alles so zu üben gedenkt, und daß Bockspringen nicht dabei sein werde. Da müsse er nämlich vorschriftsmäßig Hilfestellung geben (er zeigte die richtige Haltung, zwei Arme in Brusthöhe vor sich). Und da leider manches Mädchen nicht wie vorgesehen den Bock überquere, sondern hängenbleibe, könne es passieren, daß die Dame ganz woanders landet als er es erwartet hat.

In solche Situationen wolle er sich nun wirklich nicht begeben, sagte er - und deshalb einfach kein Bockspringen, basta. Und er habe zwar von Frauen generell keine Ahnung, aber er würde es merken, wenn sich jemand dreimal im Monat wegen Unwohlseins auf die Bank setzte. Von den Schwankungen oder so habe er auch schon gehört, aber die kämen auf keinen Fall dreimal im Monat.

Man sieht, so ein Lehrer hat einige Klippen zum umschiffen. Anfällig für weibliche Reize sollte man da bestimmt nicht sein - oder sich gewaltig zusammenreißen. Dieser Lehrer hat sich heute gut aus der Affäre gezogen, fand ich.

Übrigens herrscht bei männlichen Lehrern in unserer Klasse eine viel bessere Atmosphäre als bei weiblichen. Es müßten im Prinzip alles nur männliche Lehrer sein für weibliche Schülerinnen. Ist aber genau umgekehrt, naja.

Montag, 1. September 2008

Praktikum klargemacht

Nach mageren 5 Stunden Schlaf war ich heute echt müde, habe in der Schuhle nichts gerissen (weil es da auch nichts zu reißen gibt, nur zum Aufreißen ^^) und bin halb zwölf abgehauen.

Nach kurzer Computer-Session, draußen regnete es in Strömen, fuhr ich die wenigen Kilometer in den Nachbarort bis zum Kindergarten und versuchte mein Herzklopfen zu bezwingen. Ging ganz gut.

Erster Eindruck: sieht toll aus. Ganz frisch saniert und aufgemotzt, das Objekt. An Geldmangel scheinen die hiesigen Kitas alle nicht zu leiden, da ist überall ordentlich investiert worden.

Die Leiterin (kaum älter als ich) fragte mich nicht, wie alt ich denn wäre - erste Hürde schon mal genommen. Sie war sehr nett und freundlich, und außerdem hatte sie eine männliche Teilzeitkraft angestellt. Zehn fette Pluspunkte. Sie fragte mich nur ein bißchen über die Praktikumsmodalitäten unserer Schuhle aus, zu mir stellte sie kaum ne Frage. Glücklicherweise. Ruckzuck hatte sie die Vereinbarung unterschrieben und zeigte mir noch ein bißchen den Kindergarten, während die Kids Mittagsschlaf hielten.

Hat alles echt überzeugt. Ich habe ein gutes Gefühl, vorerst. Wenn das Praktikum näherrückt, werde ich aber garantiert wieder von Phobien befallen, so daß ich bereits den Plan gefaßt habe, dem mit Hilfe von Pillen entgegenzuwirken. Wird nur nicht so leicht, den Arzt dazu rumzukriegen. Das wirksame Zeug, wie Tavor und Tafil, das rücken die nicht gerne raus. Nachvollziehbar, klar.

Mein Gott, wie spannend

Erzähl ich doch heute in der Klasse, daß ich dann zum Vorstellungsgespräch wegen des Praktikums fahre. Fragen mich doch dann tatsächlich zwei Mitschülerinnen, was ich denn in meinem ersten Praktikum falsch gemacht hätte (habs nach 3 Wochen abgebrochen)!!

Es stellte sich raus, daß sie in genau dem Kindergarten waren, wo ich damals Praktikant war und spektakulär gescheitert bin. Die zwei erfuhren, daß man auf mich extrem schlecht zu sprechen ist - also mußte ich ja irgendwie Mist gemacht haben.

Habe ich aber nicht (außer, daß ich gegangen bin). Die Chefin meinte, sie wolle darüber nicht reden, damit man unvoreingenommen an das Praktikum gehen könne. Natürlich muß sie damit rechnen, daß dann zumindest ich die Karten auf den Tisch lege und meinen Mitschülerinnen den Kindergarten schlechtmache.

Aber das tue ich nicht.

Es ist schon ok so, wenn sie selbst ihre Erfahrungen sammeln. Nicht ausgeschlossen, daß es ihnen ja prima dort gefällt. Auf jeden Fall bin ich heiß drauf, von ihnen mit Klatsch und Tratsch versorgt zu werden!

Sehe gerade, daß ich zum damaligen Praktikum kaum was geschrieben habe. Kein Wunder, mir gings ja auch äußerst beschissen. Ich hab extrem drunter gelitten, fühlte mich ausgegrenzt und runtergedrückt. Es ging dann einfach nicht mehr. Und jetzt fahre ich wieder in so eine Einrichtung. Schiet, hab ich ein Muffensausen.

Das leidige Praktikum

Kaum ist das Schuhljahr losgegangen, müssen wir uns auf Praktikumsplatz-Suche begeben. Dafür haben wir letzte Woche Freitag extra frei bekommen (Frei-Tag eben).

Ich habe nicht viel losgelassen an diesem Tag, denn ich habe Schiß vor diesem Praktikum. Das letzte ist völlig schiefgegangen, und seitdem habe ich wohl eine regelrechte Phobie vor Kindergärten entwickelt. Mir gings den ganzen Tag schlecht, und nur und die Angst einzudämmen, rief ich dann noch paar Kitas an. War aber vergeblich.

Ich stelle mir immer vor, wie sich so eine Kita-Leiterin an meine Person rantastet:

Mann? Hmmmmmmm.

Mann, 36 Jahre alt? Hmmmm, jaaaaaa.

Mann, 36 Jahre alt, keine Partnerin?? Hmmmm, najaaaa, soso!

Mann, 36 jahre alt, keine Partnerin, keine Kinder?! Na sieh mal an, ei der Daus!

Mann, 36 Jahre..bla...bla...hat das erste Praktikum nach drei Wochen abgebrochen? *sämtliche Alarmglocken läuten heftig*

Ich sag's mal so: ich kann das verstehen, ich kann auch nicht erwarten, daß mir gleich volles Vertrauen entgegengebracht wird, aber manchmal wünschte ich, es gäbe eine Kita mit männlichem Leiter.

Der Wunsch wird allerdings wohl deutschlandweit unerfüllbar sein. Andere Meinungen?

Heute versuch ichs mal in einer Kita. Mir wirds schon übel beim Dran-denken. Wie schön ist es dagegen in der Schuhle.

Mittwoch, 27. August 2008

Sporttag?!

Die erste Woche an der Schule scheint darauf berechnet zu sein, irgendwie die Zeit rumzukriegen, ohne wirklichen Unterricht zu machen.

Da bietet sich so ein Schmalspursportfest an, wie es heute stattfand. Etwas verspäteter Beginn (9.00 Uhr), und dann ein Spielplan, wo auf einem einzigen Spielfeld jede Klasse 3 Spiele von 20 min hatte. Da ist es logisch, daß sich der allergrößte Teil der Schüler ständig langweilt. Was anderes wurde nämlich nicht angeboten, obwohl noch zwei andere Sportlehrer anwesend waren und nichts zu tun hatten. Das ist schon wieder arg enttäuschend, muß ich sagen.

Das grenzt sogar an Arbeitsverweigerung. Da kann man sich ja sogar was aus den Fingern saugen, zumal der Platz noch ein Basketballfeld, eine Sprintbahn und ein Fußballtor enthält. Und eine Weitsprunggrube. Mein Gott, man hätte eine kleine Tanzsache einüben können oder Völkerball oder sonstwas, Hauptsache die Leute hängen nicht nur herum! Mein größter Vorwurf ist, daß die Lehrer das, was sie uns beibringen wollen (flexibel und spontan, aber auch gut vorbereitet zu sein) selbst nicht zustande bringen.

Wenn ich böse wäre, würde ich eine anonyme Beschwerde ans schwarze Brett hängen und diese Dinge ansprechen. Aber ich bin nicht böse, und ich muß mir auch keinen Ärger über den Hals ziehen.

Mit Volleyball ist es allerdings auch nicht weit her bei den meisten Mädels. Und das bedeutet, daß es eher langweilig als sportlich zugeht, selbst wenn man auf dem Spielfeld steht. Zu allem Übel hatte der verantwortliche Lehrer auch den Spielplan noch durcheinandergebracht, so daß für uns ein Spiel ausfiel. Komplett arschlos.

Immerhin hat der Hausmeister für uns gegrillt. Immerhin!

Meine Mitschülerinnen haben die Zeit genutzt, um sich besser kennenzulernen. Da werden jetzt schon langsam einige Stories ausgepackt. Muß ich dann mal extra was schreiben. Morgen werde ich sicher noch mehr erfahren, denn da ist "Klassentag", an dem man sich nach Lust und Laune betätigen kann. Nach vielem Hin und Her wurde Grillen im Schuhlgelände angesetzt, und damit man nicht so müde ist, gleich auf 9.00 Uhr. :)

Und am Freitag ist dann gleich komplett frei, um uns für die Praktikumsplatz-Suche Zeit zu geben. Eine Woche ohne irgendwelche Lernangebote. Ich höre die Lehrer schon jammern: "Die Zeit ist viel zu knapp, wir schaffen den Stoff nie im Leben!" Pahh...

Dienstag, 26. August 2008

Wenn die Chemie stimmt

Langeweile und Leerlauf ist ganz sicher ein großes Problem, was auf mich zukommt. Immerhin habe ich in 6 Fächern dieselbe Lehrerin wie letztes Jahr. Da kann man keinerlei Abwechslung erwarten. Die war schon beim ersten Mal super langweilig und nervig.

Die Chemie in der Klasse könnte das wieder etwas rausreißen. In der alten Klasse war das ja eine Katastrophe, in der neuen jetzt scheint es ganz anders zu laufen. Außer mir gibt es nur noch eine einzige schülerin, die bereits ihre Vorausbildung (Kinderpflege) an der Schuhle gemacht hat, der gesamte Rest ist neu, kennt die schlechten Gepflogenheiten absolut nicht und muß sich erstmal einleben.

Das heißt: alle sind kooperativ, alle sind hilfsbereit, alle interessieren sich füreinander, alle gehen aufeinander zu, alle scheinen sich zu lieben. Nee, so schlimm ist es nicht. Aber es gibt einen Gemeinschaftsgeist, der mich hoffnungsfroh stimmt. Für den "Klassentag" (ein Tag zu unserer freien Verfügung) gibt es viel Engagement und Phantasie. Übermorgen ist es soweit, wir wollen uns selber ernähren, indem Pizza gebacken wird.

Die Frage ist, ob das so bleibt. Die Erfahrung lehrt, daß das keinesfalls so ist, sondern nach einer Auftauphase dann die Hackordnungsphase beginnt. Plötzlich gibt es Intrigen, Klatsch, Nerverei und Kindergarten. Ich sollte echt nicht so naiv sein und hoffen, es könnte wirklich eine Klasse aus vernünftigen und erwachsenen Leuten zusammengekommen sein. Das wäre ja ein Wunder, sowas gibts nur alle 20 Jahre...

Na ja, ich bin dennoch naiv und als Gutmensch voller Hoffnung, mit meinem eigenen gutgelaunten Beitrag eine positive Atmosphäre in der Klasse aufrechtzuerhalten. Wenn es nicht klappt, dann...

...habe ich immer noch meine Buddies aus der Ex-Klasse, mit denen ich heute bei McDoof war. Irgendwie hat es was, ein Jahr zu wiederholen! ;)

Die Aufnahmefeier an der BFS 2008

Zweimal bekam ich die Einladung zur Aufnahmefeier für die Erstklässler, die dieses Schuljahr neu anfangen mit einer Ausbildung zum Sozialassi oder zur Erzieherin bzw. Erzieher. (Die Vorgeschichte steht im letzten Posting).

Man glaubt nicht, wie doof man sich vorkommt, wenn man nach Absolvierung eines Schuhljahres erneut in die Turnhalle marschiert, erneut den dekorierten Saal mit Bühne sieht und an das vorige Mal zurückdenkt. Damals stand ich oben auf der Empore, weil ich zu spät kam. Ich fühlte mich total fremd und seltsam, wie in einer Zeitmaschine.

Das war diesmal schon anders, denn mir war alles vertraut. Von oben begrüßten mich vier Ex-Klassenkameradinnen, und die Ex-Klassenlehrerin kam auch vorbei und wollte gleich noch einen Stoß ihrer "Originalkopien" von mir haben. (Leider entsorgt, das Zeug).

Die Erz05 - Klassen stellten ein recht nettes Programm auf die Beine. Nichts Extremes, sondern ganz im machbaren Rahmen. Ein bisserl Schulsketch, ein schöner Tanz (siehe Faaanblogg!), ein umgedichtetes Lied, ein bisserl Beamer, eine kurze Rede der Direktorin, dann die Lehrervorstellung.

Blick auf die Bühne

Schulanfang Bühnenbild

Unsere gute Frau Ritter (Sportlehrerin, drei Kinder) kam wieder mit offenem Haar, das ihr bis zum Popo reicht und ein Raunen auslöste. Glanzvoll! Aber auch Frau Haude geht als Model durch, obwohl sie nur Englisch lehrt. Hach ja. Wenn nur nicht wieder die Häfte der Fächer bei Frau Neubert wäre. Unerträglich, diese Frau. Möge sie es nie lesen.

Ich hätte ja gerne ordentliche Fotos gemacht, aber mein geliehenes Digi-Knipsding ist dazu nicht fähig. Wenn es nicht richtig hell ist, kommt er nicht mehr klar (ohne Stativ). Gerade mal das obige Foto ist einigermaßen erkennbar geworden.

Immerhin kann das Ding (von Rollei) auch Audio mitschneiden, und als Beispiel bringe ich hier ein Stück des umgedichteten "Hänsel-und-Gretel"-Liedes, was einige Mädels sehr süß vortrugen. Einfach draufklicken, speilt über Quicktime ab.

Haensel-und-Gretel (wav, 204 KB)

Ich werde diese Datei plus zwei andere Bilder noch auf dem Faaanblogg hochladen, damit ihr was davon habt (und ich dahin verlinken kann). Viel Spaß!

Der zweite Anlauf

In Wahrheit ist es Dummheit, ist es sogar Irrsinn. Ich bringe es fertig, mich ein zweites Mal in diese Schule zu setzen, ein zweites Mal Langeweile, Käse, Gelaber und doofe Fächer über mich ergehen zu lassen, Fächer, in denen ich nichts lerne. Jetzt noch nicht mal mehr in Mathe, denn ich habs ja alles schon gehabt. Ich bräuchte noch nicht mal mitschreiben - ach du meine Güte. Langweiliger kanns nicht kommen.

Warum ichs trotzdem tue? Weil ich passiv bin, total passiv, und daher einfach das weiterlaufen lasse, was einmal läuft. Zum Beispiel BaföG. Wenn ich weiter zur Schuhle gehe, dann kriege ich weiter Geld. Wenn ich aufhören würde, müßte ich sofort aufs Amt und würde mir einen Scheiß-Job einfangen. Das geht aber nun gar nicht.

Ich bin gewillt, diese Schuhlzeit so lange wie möglich hinauszuziehen, zu genießen und mich auszuruhen. Das einzige Hindernis dabei ist das vermaledeite Praktikum. Aber das kriege ich diesmal auch hin, nochmal lasse ich mich nicht verarschen - ich habe mir Witz gekauft. Und nun geht es also weiter hier, mit vielen Berichten, und als nächstes gleich mit der Eröffnungsfeier.

Montag, 25. August 2008

Abschied von alten Kameraden

Wer das Weblog etwas zurückverfolgt, kann nachlesen, daß ich bereits ein Schuljahr als "Erzieherlehrling" absolviert habe. Es war absehbar, daß ich nicht in das nächste Schuljahr versetzt werde, denn mir fehlten 8 Wochen Praktikum, obwohl nur drei Fehltage erlaubt sind.

Pech gehabt.

Zwei meiner Mitschülerinnen überredeten mich, meine bereits geschriebene und mitgebrachte Kündigung des Ausb.vertrages nicht abzugeben. sie hätten mich gerne in der Klasse behalten. Ich war eigentlich längst fertig mit der ganzen Geschichte, aber ich konnts den Mädels nicht antun.

Nach drei Wochen Ferien fragte ich in der Schule, wie es mit ner Wiederholung aussieht. War ohne Probleme möglich. das BaföG-Amt habe ich mal gleich gar nicht informiert, was mir noch Schmerzen bereiten wird. Egal.

Am letzten Ferienwochenende traf ich mich mit Laura und Isa in Zwickau beim Stadtfest. Laura wollte wie verrückt zu Mark Medlock und drängelte wie eine Wilde ohne Rücksicht auf Verluste, mich immer vorschiebend - bis sie die Bühne sehen konnte. War echt lustig.

Dann setzten wir uns irgendwo rein und ich hörte mir das neueste Drama dieser Katastrophenklasse an. Da hatte sich ein 20jähriger aus unserer Klasse mit Isa eingelassen - ok, nur ist sie bereits 31 und hat zwei Kinder. Wie kann man als Frau da irgendeine Perspektive sehen oder diesem Kerl was glauben??!

Er hat sie nur benutzt, um seine Ex, auch aus unserer Klasse, etwas zu ärgern, und dann in einem feriencamp, wo er und Isa arbeiteten, etwas mit ner 15jährigen anzufangen. Ganz offen - aber ohne es jemals zuzugeben. Tja, jetzt ist Isa geheilt, aber fertig mit der Welt. Der Typ fing auch noch an, ihr zu drohen, mit SMS-Terror und ähnlichen Scherzen. Volle Meise, diese gestörten Kinder. Er kann nicht wirklich zwischen Wahrheit, Lüge und Mißbrauch unterscheiden. Schwere Kindheit gehabt, adoptiert, Eltern geschieden, was weiß ich. Als Punk auf der Straße gelebt. Alles eine Katastrophe, stimmt doch, oder?!

Jedenfalls verstand ich mich mit den beiden aufs allerbeste, und mein Bedauern und Abschiedsschmerz war sehr groß. ich vermisse eigentlich die ganze Klasse, auch wenn sie rabiat und intrigant und gemein und fies waren - aber doch sehr spannend, und vor allem: 6 attraktive Damen! Sechs von 27, eine tolle Quote...

Jetzt werde ich nur aus zweiter Hand von den neuen Girlfights erfahren und kann nicht mehr als Schlichter eingreifen. Ach, es tut so weh.

Tschüß, Erz07a - ich liebe euch!

Freitag, 4. Juli 2008

Berufliche Identität und Perspektive?

"Berufliche Identität und Perspektiven entwickeln" - so nennt sich eines unserer Lernfelder. Nach knapp einem Schuljahr, nachdem ich bereits fest entschlossen war, aufzuhören, sehe ich weder meine berufliche Identität noch irgendeine Perspektive.

Die Schule ist nach wie vor so dermaßen bescheuert, daß es sich echt nicht lohnt, den Müll über sich ergehen zu lassen. Einen wirklichen Unterricht in dem Sinne gibt es nicht. Pädagogisch sind die Lehrer allesamt unfähig. Ich kann mich dort nur langweilen, habe aber auch andererseits eh keinen Bock, fleißig zu sein. Es nervt mich nur und nervt und - nervt.

Bin demzufolge schon einige male einfach nicht hingegangen, zuletzt wieder Freitag und Montag nicht. Wr glaubt, da hätte ich was verpaßt, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Und wer glaubt, es hätte mal ein Lehrer nachgefragt, wo ich war - Fehlanzeige. Ist mir auch lieber so, denn was soll ich da sagen? Bis vor wenigen Tagen habe ich immer vorgeschoben, ich würde eh aufhören.

Einzig und allein meine sympathische Mitschülerin L. bemüht sich darum, mich zum Weitermachen zu bewegen. Sie schaffte es, mich wieder für eine gräßliche Hausaufgabe zu motivieren, so daß ich sie kurzfristig noch ablieferte, obwohl ich eigtentlich nicht wollte. Und dann kam es dazu, daß ich sogar überlegte, vielleicht doch dieses scheiß Praktikum im Kindergarten nachzuholen, nur, um dann ein weiteres angenehmes Schuljahr zu genießen, mit möglichst viel Hitzefrei im Sommer.

nach den neuesten Einblicken in diese Gesellschaft und ihre Verblendung habe ich aber schon wieder jegliche Lust verloren. und wenn ich daran denke, wie ich gestern nacht, statt zu schlafen, diesen Vortrag ausgesarbeitet habe und dabei gottsjämmerlich fluchte, dann bezweifle ich stark, daß mir das in der Praktikumszeit gelingen könnte. Das nervt viel zu sehr, als daß ich mich da noch abends für Schriftkram hinsetze.

Man sieht, ich bin ein wankelmütiger Mensch und kann einfach keine Entscheidungen treffen. Das Leben wird sie statt meiner treffen, und basta. Irgendwie gehts immer weiter. So, und jetzt ist mir gerade schlecht. Für morgen habe ich wieder mal keine Hausaufgaben gemacht. So ein Pech aber auch. Ich kann das nicht, ich bin unfähig, mich zu so etwas wie Arbeit aufzuraffen.

Strafversetzungen

Kürzlich erfuhren wir gerüchteweise, wir würden eine neue Schülerin bekommen. Es gibt drei Erzieherklassen dieser Stufe, und in der "C" ist eine schon etwas besondere Dame, die man nicht übersehen kann. Die Frau ist 23, hat ne sehr sexy Figur und zieht sich dazu noch an, als würde sie auf den Strich gehen. Die Klamotten und Stiefel sind eindeutig zu gewagt, aber sie ist eben eine feurige Person, zu ihr paßt das.

Verrückterweise ist sie verheiratet und hat schon drei(!) Kinder - heute echt ungewöhnlich. Jedenfalls hieß es, sie würde "ihre Klasse aufmischen" - und deswegen bekämen wir sie jetzt.

Am Ende zeigte sich, daß zwei Schülerinnen der C versetzt wurden, der heiße Feger in die B und ihr krasses Gegenteil (ne kleine, dicke) in unsere Klasse. Da nur neben mir noch ein Plätzchen frei war, hab ich sie jetzt an der Backe. So richtig erklären konnte sie nicht, warum sie versetzt wurde. An dieser Schule gibt es sowieso jede Menge seltsame Vorgänge.

Übrigens hatte ich gestern zumindest das Vergnügen, die rasante Dame beim Tennisspielen zu beobachten, während wir im Grünen daneben unseren Pseudo-Unterricht machten. Ich muß es einfach zugeben, diese Frau hat 150 PS mehr, absolut sicher. Ich hätte ums Verrecken gern mit Tennis gespielt...

Die totale Verwirrung

Oh, lange nix geschrieben. Dabei ist sooo viel passiert. Zum Beispiel ein Praktikum, was ausnahmsweise mal toll war. Aber jetzt in die Gegenwart.

Seit Tagen ist es ja schwülwarm, die Schule hat einen verkürzten "Hitze-Stundenpaln" eingeführt (WOW!), und gestern verlegten wir den Untericht ins Grüne. Die Mädchen lagerten sich also malerisch auf Decken, während ich zusammen mit einer netten jungen Dame etwas abseits auf einem Brunnendeckel saß.

Von Unterricht kann man zwei Wochen 7 Tage vor Schuljahresende sowieso nicht mehr reden. Die Lehrerin und ihr Geschwafel zogen an uns beiden vorüber, und über kurz oder lang kamen wir ganz schön ins Reden. Es entwickelte sich eins der persönlichsten Gespräche, die ich seit langem hatte.

Was ich zu hören bekam über die Identitätssuche junger Frauen heutzutage, das entsetzt und empört mich zutiefst. Die Mädels haben keine Orientierung mehr und werden völlig versaut durch die bescheuerten Medien. Da haben wir eine in der Klasse, die sich dank schlechter Erfahrungen mit Kerlen entschlossen hat, lesbisch zu werden. Gestern bekam ich mit, daß sie sich die Jüngste aus der Klasse geangelt hat und die beiden ein Paar sind.

Meine Gesprächspartnerin dagegen hat einen festen Freund, aber sie ist unglücklich mit ihm. Warum? Er ist der Meinung, sie könnte beim Sex "wilder" sein, und außerdem würde er jeden tag poppen, wenn es nach ihm ginge. Er hält seiner Freundin die Beispiele aus den Talkshows oder aus Pornofilmen vor. Daraus hat er die Meinung gewonnen, Frauen seien versessen auf Sex, könnten nicht genug davon bekommen usw. Völlig krank. L. fühlt sich davon abgestoßen und hat nie Lust auf Sex.

Jetzt überlegt dieses Mädchen, ob sie nicht auch lesbisch ist, weil sie "unnormalerweise" ja so atypisch wenig von Sex hält - zumindest mit ihrem Freund. Da haben wir dann noch ein Mädchen in der Klasse, die durch Figur und Styling relativ jungenhaft wirkt und sich deshalb natürlich auch für lesbisch hält. Und L. hat nun den Eindruck, sie fühle sich zu ihr hingezogen. Wenn der Kerl sich mal richtig doof verhält, verrennt sie sich womöglich auch noch in die perverse Idee, lesbisch zu sein.

Und ich sollte am selben Tag noch einen Vortrag halten über 14-18-Jährige und deren Entwicklung, unter anderem gehört da natürlich "geschlechtliche Identität" dazu. Gegen die heillose Verwirrung aller Normen und Werte kann man gar nicht mehr anstinken, aber ich versuchte zumindest, L. von ihren Fehleinschätzungen abzubringen. Sie soll ihren pornoverseuchten Freund von mir aus verhungern lassen, wenn er so triebig ist, aber ja nicht mit nem lesbischen Trip anfangen.

Mein Vortrag stieß dann doch auf sehr gute Resonanz, wesentlich besser als jemals bei einem Lehrer. Man will heute noch mehr von mir hören...;)
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