Stimmungslage
Nicht nur beim Outing meines fiesen Charakters konnte ich mich heute beobachten. Nein, auch ein anderer Wesenszug wurde mir wieder zum Verhängnis.
Die Zeit ging heute ganz erstaunlich schnell vorbei, und meine Banknachbarin schaltete gehetzt den Computer aus, weil sie fast den Feierabend verpaßt hatte. Wie kommt sowas?
Ganz einfach: man muß nur genügend latschen, das ist alles. Mehr gehört nicht dazu. Na gut, auch gemeinsam lachen und Spaß haben kann nicht schaden! Wichtig ist natürlich, daß die Chemie stimmt. Und ich habe den Eindruck, sie stimmt auffallend. ;-)
Die Gute neben mir ist ein Jahr jünger, ganz schön attraktiv und dazu noch nett. Sie törnt mich einfach an, und daher der Spaß, das Lachen, die gute Laune. Für sie habe ich da sicherlich nicht die gleiche Bedeutung, denn sie ist verheiratet und hat ne 16jährige Tochter (nee, keinen Sohn). Wir haben uns sehr viel Privates schon erzählt.
Sei es, wie es sei: wenn das noch 2 Tage so geht, dann bin ich verknallt. Oder zumindest etwas angefixt. Jedenfalls in perfekter Stimmung - solange sie in der Nähe ist. Und wenn ich dann heimgehe, wenn wir uns trennen, dann bin ich "sad", dann fällt meine Laune sofort unter Null. Klare Anzeichen für eine Verliebtheit, oder sieht das jemand anders?!
F U C K ! °°°°°°°°°^^^^^^^^^^^°°°°°°°°°°°°°°^^^^^^^^^^^^^^
flashlink - 11. Mrz, 13:17
Mit 3,5 Stunden Schlaf einen achtstündigen Unterrichtstag durchzustehen, das ist für mich schon kaum noch darstellbar. War vor 10 Jahren noch anders.
Mittlerweile habe ich schon zig dieser Bildungsträger gesehen, die alle stets in einem alten Fabrik- oder Gewerbebau untergebracht sind, mit den gleichen Gipskassettendecken, den gleichen eingelassenen Deckenlampen, der gleichen tristen Rauhfaser an den Wänden, mit dem Flipchart vorne.
Mir ist das so gut bekannt, daß es quasi eine zweite Heimat ist. Die unvermeidlichen Einsammlungen von Schriftstücken, Anträgen, Verträgen, die Abklärung der Pausenzeiten, die Verlesung der Belehrungen, der Fluchtwege, der Parkplatzordnung - alles genau so schon ypsen mal erlebt.
Das muß eine Zeitschleife sein, in der ich mich befinde. Ein gutes Gefühl ist das nicht, eher ein ödes, ein trostloses Gefühl.
Dazu trägt dann auch das Coming Out der ersten prolls bei, die in der Zigarettenpause draußen rumstehen und einen auf Dicken Max machen, sich erstmal produzieren und die Rangordnung abchecken. Ich habe noch nie was für diese Klientel übriggehabt, und meine Leben lang (!!) wasr ich ihnen dennoch ausgeliefert.
Ich rauche nicht, aber ich stehe manchmal mit dabei, um eben nicht ganz abseits zu stehen, und um nichts zu verpassen. Aber es ist schon echt öde, diese Gesellschaft.
Die Ruhrkohle AG betreibt im tiefsten Osten dieses Zentrum, wo auf vielen Etagen auch Metallberufe, Rettungsassis und Köche ausgebildet werden. Ach, ich hasse diese Atmosphäre der Lehrlingswelt, diesen Zwang zum Markieren, dieses Großgetue, diese dumme Proletenwelt.
Na, und leider habe ich es nicht mal bis zum Proleten gebracht.
Mehr im nächsten Artikel...
flashlink - 9. Mrz, 23:06
Mir gehts mit der Ausbildung leider dermaßen schlecht, daß ich von Tag zu Tag überlege, den ganzen Kram hinzuschmeißen.
Zu den Aufgaben, die heute von mir verlangt werden, habe ich absolut null Bock. Ich will einfach nicht mehr. Ich will einfach überhaupt nichts mehr - außer meiner Ruhe. Amen.
flashlink - 7. Nov, 01:15
Letzten Freitag habe ich in meiner coolen Schuhle completo ausfallen lassen. Ich wäre rein körperlich nicht fähig gewesen, dem Unterricht zu folgen, da ich erst um 4 ins Bett bin - die Internetsucht läßt grüßen.
Heute, am Montag, hat auch keine Sau gefragt, wo ich war, außer einige Mitschülerinnen. Die vermissen mich dann schon ein wenig, die guten.
Man muß allerdings festhalten, daß ich leider überhaupt nichts verpasse. Es wird nach wie vor nur gegammelt statt unterrichtet. Wir haben zwar jetzt in vielen Fächern schon mal eine LK geschrieben, aber was heute wieder los war...du meine Güte. Nichts, aber auch überhaupt nichts gelernt, die Lehrer scheinen gar keinen Antrieb zu haben, irgendwas für den Untericht vorzubereiten.
Stattdessen gehen wir erstmal einen Kaffee holen und sitzen dann in Grüppchen da, um uns zu unterhalten. Wie nett - und wie sinnlos. Einzige Herausforderung heute: ich durfte eine Doppelstunde Sport selber bestreiten. Lehrer war wieder mal nicht da. Dazu gibts nen Extra-Artikel.
flashlink - 14. Okt, 00:40
Natürlich ist unsere Klasse immer noch top. Da wird aufeinander geachtet, da werden Süßigkeiten ausgeteilt, da wird eifrig das getan, was die Lehrer verlangen.
Trotzdem hat es jetzt erstmals Tränen gegeben. Wir hatten das Thema "lineare Funktionen" in Mathe geübt und sollten nachmittags noch zwei Vertretungsstunden Mathe haben. Eine Leistungskontrolle war eh schon geplant. Ich plädierte dafür, diese gleich in den Vertretungsstunden durchzuziehen. Eine ebenfalls ältere Mitschülerin schloß sich mir an.
Da waren aber diejenigen, welche es noch nicht kapiert hatten, ganz anderer Meinung. Sie wollten sich zu Hause noch mit ihren Spezis beraten und vorbereiten lassen, also konnte das nicht sein mit der LK gleich am selben Tag. Besonders eine Mitschülerin hatte es mit der Angst bekommen und fühlte sich durch die andere so in die Enge getrieben, daß sie plötzlich weinte. Na, da war dann dicke Luft.
Wir haben die LK natürlich dann nicht geschrieben, stattdessen hat der Lehrer eine seiner bezeichnenden Verwirrstunden gehalten, in denen er mit aus dem Stegreif entworfenen "Aufgaben", die absolut nicht funktionieren, die ganze Klasse verwirrt. Es tat wieder mal einfach nur weh.
flashlink - 5. Okt, 23:08
Egal, welches Fach ich hernehme: hier scheinen sich die pädagogisch Unfähigsten aller Lehrer versammelt zu haben. Die Hauptlehrerin, meine Ex-Klassenleiterin, ist völlig überfordert von ihren Aufgaben. Da werden bergeweise Kopien aus Lehrbüchern gezogen, um sie dann in der Klasse zu verteilen und vorlesen zu lassen. Bingo, haben wir wieder 90 Min vertan. Oder es kommt ein Text, wo sie sich 10 Fragen ausdenkt, die jeweils aus dem Satzanfang des entsprechenden Abschnittes gebastelt sind. Man liest, erkennt den Satz, macht nen Kringel drum und das wars. Idiotisch.
Genauso idiotisch wie ihre in 5 Minuten hingeschmierten Vorgaben für Rollenspiele - wo nur die eine Seite überhaupt eine Vorgabe hat, die andere weiß überhaupt nichts. Egal, Hauptsache, die Schüler haben was zu tun.
Musik: langweiliger gehts nicht. Ewiges Gitarrenstimmen, und dann versuchen alle, eine Griff zusammenzufummeln. Ich sitze absolut unbeteiligt herum. Es gibt für mich dort nichts zu tun als Zeit totzuschlagen. Bah.
Mathematik: der Lehrer ein einziger Graus. Es wirkt immer, als hätte er sich große Gedanken darüber gemacht, wie man eine Unterrichtsstunde so unlogisch, verwirrend und unverständlich wie möglich aufbauen kann. Er springt wahllos von einem Thema zum anderen, wischt ab, was er gerade anschrieb, hat null sinnvolle Reíhenfolge - es tut mir jedes Mal körperlich und seelisch weh.
Schmitti labert 2 Stunden zu eigenem Vergnügen, wenn man Glück hat, kann man mal an einem Punkt einhaken und etwas mitlabern, ansonsten ist die Zeit völlig vertan. Gelernt oder gelehrt wird nichts. Furchtbar.
Ich bin mir fast sicher, daß ich früher oder später das Handtuch endgültig werfe. Ich weiß nicht, wie ich die ständige Langeweile aushalten soll, plus die Unkenntnis der anderen Leute, Lehrer wie Schüler. Ich passe einfach nicht in diese Klasse, nicht in diese Schule, nicht in diese Welt.
flashlink - 26. Sep, 01:00
In der ersten Deutsch-Doppelstunde sollten wir alle einen kurzen Vortrag mit einer Begründung für die Wahl des Erzieher-Berufes geben. Das wurde gleich mit zwei Zensuren bewertet.
Ich hätte ja sagen können "weil ich arbeiten hasse und einen Teilzeitjob will", das tat ich aber nicht, sondern referierte über meine DDR-Vergangenheit und meinen kirchlichen Hintergrund. Ich gab mir Mühe und erhielt die ersten zwei Einsen dieses Schuhljahres.
Mir fiel auf, daß eine Vielzahl der Mitschülerinnen bereits veritable Probleme im Leben hatte und Krisen durchmachte: gescheitert im Beruf, Mobbing, Trennung vom Freund nach 7 Jahren, Krankheiten, Depris usw. Die wenigsten haben eine vorzeigbare Biographie, nur wenige haben eine Kinderpflege-Ausbildung.
Dafür sind viele Mütter dabei, die sehr engagiert von ihren Erlebnissen berichten und Erziehungsprobleme im Unterricht diskutieren. Es scheint eine große Empathie und viel Vertrauen zu herrschen, denn es wird sehr viel Persönliches erzählt.
In der Pause sitzen die meisten in einem Kreis zusammen im Hof und werten den Unterricht aus. Sowas hat diese Schuhle noch nicht gesehen. ich bin begeister, und den anderen scheint es ähnlich zu gehen. In ihren Vorträgen schlossen viele mit den Worten:
"...und jetzt bin ich hier und freue mich, in dieser schönen Klasse zu sein."
Amen dazu.
flashlink - 15. Sep, 00:42
Das ist, wie jeder Sozialfuzzi weiß, die Orientierungsphase. In dieser Phase ist alles nett, schön oder sogar toll. Alle stellen sich andauernd vor, man erfährt viel über die einzelnen Mitschüler, alle sind erstmal freundlich und zeigen sich von ihrer besten Seite.
Bis jetzt finde ich das Klima äußerst angenehm. Für mich hat sich noch kein Machtkampf-Potential gezeigt, aber ich bin sicher, daß die Nickligkeiten, das Tratschen und Hinter-dem-Rücken-Reden bald losgehen werden. Leider ist der Mensch nur ein Mensch und kann nicht anders.
Habe heute in Musik erzählt, daß ich gerne die Zeit zurückdrehen und ne ordentliche musikalische Ausbildung machen würde, weil ich am liebsten Musiker wäre. Alle anderen stellten ebenfalls ihre Lebensläufe vor und waren dabei sehr offen. So kann man gut 90 Minuten rumkriegen.
flashlink - 3. Sep, 23:12
Langeweile und Leerlauf ist ganz sicher ein großes Problem, was auf mich zukommt. Immerhin habe ich in 6 Fächern dieselbe Lehrerin wie letztes Jahr. Da kann man keinerlei Abwechslung erwarten. Die war schon beim ersten Mal super langweilig und nervig.
Die Chemie in der Klasse könnte das wieder etwas rausreißen. In der alten Klasse war das ja eine Katastrophe, in der neuen jetzt scheint es ganz anders zu laufen. Außer mir gibt es nur noch eine einzige schülerin, die bereits ihre Vorausbildung (Kinderpflege) an der Schuhle gemacht hat, der gesamte Rest ist neu, kennt die schlechten Gepflogenheiten absolut nicht und muß sich erstmal einleben.
Das heißt: alle sind kooperativ, alle sind hilfsbereit, alle interessieren sich füreinander, alle gehen aufeinander zu, alle scheinen sich zu lieben. Nee, so schlimm ist es nicht. Aber es gibt einen Gemeinschaftsgeist, der mich hoffnungsfroh stimmt. Für den "Klassentag" (ein Tag zu unserer freien Verfügung) gibt es viel Engagement und Phantasie. Übermorgen ist es soweit, wir wollen uns selber ernähren, indem Pizza gebacken wird.
Die Frage ist, ob das so bleibt. Die Erfahrung lehrt, daß das keinesfalls so ist, sondern nach einer Auftauphase dann die Hackordnungsphase beginnt. Plötzlich gibt es Intrigen, Klatsch, Nerverei und Kindergarten. Ich sollte echt nicht so naiv sein und hoffen, es könnte wirklich eine Klasse aus vernünftigen und erwachsenen Leuten zusammengekommen sein. Das wäre ja ein Wunder, sowas gibts nur alle 20 Jahre...
Na ja, ich bin dennoch naiv und als Gutmensch voller Hoffnung, mit meinem eigenen gutgelaunten Beitrag eine positive Atmosphäre in der Klasse aufrechtzuerhalten. Wenn es nicht klappt, dann...
...habe ich immer noch meine Buddies aus der Ex-Klasse, mit denen ich heute bei McDoof war. Irgendwie hat es was, ein Jahr zu wiederholen! ;)
flashlink - 26. Aug, 14:43
Ich sitze zwar meistens in der Schuhle, aber ohne einen Sinn darin zu erkennen. Der "Unterricht" ist nur schwer erträglich, das meiste ist schon inhalktlich völlig flach. Dazu kommt, daß Lehrer einfach mit irgendeiner sinnlosen Aufgabe die Arbeit an die Klasse delegieren, weil sie eben nichts vorbereitet haben.
Diese Klasse wiederum weiß, daß es völlig egal ist, ob man diese Aufgabe nun bearbeitet oder nicht, und nutzt die Zeit zum Quatschen. Es nervt total, wie die Zeit vergammelt wird. In dieser Zeit könnte ich tausendmal sinnvollere Dinge lernen, aber nein, ich versauere in so einem öden Schuhlhaus.
In letzter Zeit habe ich gleich mehrfach Tage geschwänzt, weil ich zu spät ins Bett bin. wenn ich um vier Uhr schlafen gehe, kann ich nicht 8 Stunden dieses sinnlosen Herumlangweilens ertragen, logisch. Leider hat mir die Klassenlehrerin jetzt mitgeteilt, daß man das auch dem BaföG-Amt melden könne und die mir dann Geld abziehen. Ich frag' mich, warum ich überhaupt noch dorthingehe- es muß doch interessantere Möglichkeiten geben, sein Leben zu fristen.
Keine Ahnung, wie lange ich noch weitermache. Mir fehlt auch noch der Praktikumsplatz für das Orientierungspraktikum im Mai. Hab eh keinen Bock drauf.
Schaut mal auf
Pausenzeichnen vorbei. In der Schuhle hab ich schon immer gezeichnet. Was soll man auch machen.
flashlink - 7. Apr, 00:30