Wir hatten heute den Auftrag, einen Flyer zu erstellen. Ziel: sich selbst möglichst gut anpreisen. Und zwar auffällig, d.h. nicht nach dem 08/125-Schema. Es wurden einige Flyer herumgereicht, zum Anregen der Gedanken.
Natürlich erstellten alle mehr oder weniger 08%15-Flyer. Ich dagegen hatte gerade gefressen, daß mein Dozentchen mich mit seinen Administrator-Rechten auflaufen ließ. Sowas löst in mir gewaltige Ressentiments aus. Doch ich verfüge auch über kreatives Potential, also was solls.
Man könnte ja einen Flyer erstellen, der gnadenlos meine sämtlichen schlechten Eigenschaften aufdeckt, mich als Anarchisten enttarnt, oder als Psychopathen, oder beides. Hauptsache, was Absurdes, was Sinnloses, etwas, das Protest ausdrückt.
Ich hatte dann doch den Kick, einen "tollen", oder anders: den "allertollsten" Flyer zu erstellen. Und ich hatte die Ideen, und ich habe angefangen und mich voll da reingekniet. Stunden lang, ohne Pause. Es hat sogar Spaß gemacht. (Natürlich nur wegen dem sekundären Antrieb, den mir Sandra neben mir sitzend verschaffte).
Sagen wirs mals so: es wäre ganz bestimmt der mit Abstand tollste Flyer in dieser Schule gewesen - wenn nicht plötzlich vor meinen Augen GIMP festfror und meine noch nicht gesicherten Bildelemente ebenfalls zu Eis erstarrten, ohne Rettung, ohne Kommentar. Dabei wußte ich eigentlich, daß GIMP gerne mal abstürzt.
Das ist ein sehr feines Sinnbild meiner Unternehmungen der letzten Jahre (oder all' meiner Jahre). Große pläne, große Risse, große Ziele, das erste, das beste, das einzige und das Großartige mußte es immer sein, und jämmerliches Scheitern stand am Ende. Ein Lebensprinzip, wie es scheint.
Und zwar das Prinzip "Loser".
flashlink - 11. Mär, 23:59
Meine selbst(un)kritischen Einlassungen von neulich wurden folgendermaßen einer Kritik unterzogen:
"So, so, also ehrlich gesagt ziemlich erschreckend!
Denn was nützt die (eigene) Selbstdiagnose wenn man sie dann eigentlich überhaupt nicht beherzigt, sondern immer komplett ignoriert und trotzdem sein (ganz offensichtlich falsches) Ding durchzieht?
Darüber sollte man nachdenken!"
Vielleicht habe ich (oder hat man) in einem Blog gerne die Tendenz, die Realität etwas zum eigenenVorteil zu schönen. Das geht ganz automatisch. Daher könnte ich von mir einen positiveren Eindruck erweckt haben als es richtig bzw. echt wäre.
Ja, ich weiß, das ist ein falsches Ding, was ich durchziehe. Vor 10 Jahren hatte ich einen komplett anderen "state of mind" und versuchte, mein Bestes zu tun in jeder Hinsicht im Leben. Und doch, man wundere sich: ich empfand mein Leben auch damals als total falsch. Und ich fand dafür keine Lösungen.
Meine Lebensauffassung hat sich seither ziemlich stark geändert. Das Bedürfnis, Dinge richtig zu machen, sich selbst zu erziehen, kleine Schritte nach vorne zu machen, das wurde zerrieben am Leben selbst. An den Mißerfolgen. An allem möglichen.
Und dadurch kann ein Abwärtstrend einsetzen, der mehr und mehr die Reste der Selbstachtung und der Verbindlichkeit, der Tugenden und des Verantwortungsgefühls erodiert. Man erkennt, ich kann das sehr gut analysieren, und ich kann es eingestehen.
"Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung", heißt ein Sprichwort, aber ich sehe darin wenig Wahrheit. Selbsterkenntnis, das ehrliche Eingestehen der eigenen Schwäche, ist ein Weg, noch schwächer zu werden, sich selbst zu entmutigen, sich gehenzulassen.
Die allermeisten Menschen sind nicht bereit und nicht fähig, sich selbst genau kennenzulernen, ehrlich einzuschätzen und ihre Schwächen einzugestehen. Das hilft durchaus, um mit einem Trugbild sehr gut weiterzuleben. Ist halt dann Selbstbetrug, aber wen juckt's?
Ich mache mir selbst nichts mehr vor, und die Realität ist auch für mich selber erschreckend. Ja, erschreckend. Aber mit Nachdenken darüber komme ich keinen Schritt weiter, und wenn das einer getan hat, dann ich. Aus mir selbst heraus wird da niemals etwas besser, völlig ausgeschlossen.
Das viele Nachdenken verschlechtert im Gegenteil die Situation. Es müßte also eine andere und bessere Strategie her, um hier noch was zu reißen.
flashlink - 11. Mär, 23:47
Nicht nur beim Outing meines fiesen Charakters konnte ich mich heute beobachten. Nein, auch ein anderer Wesenszug wurde mir wieder zum Verhängnis.
Die Zeit ging heute ganz erstaunlich schnell vorbei, und meine Banknachbarin schaltete gehetzt den Computer aus, weil sie fast den Feierabend verpaßt hatte. Wie kommt sowas?
Ganz einfach: man muß nur genügend latschen, das ist alles. Mehr gehört nicht dazu. Na gut, auch gemeinsam lachen und Spaß haben kann nicht schaden! Wichtig ist natürlich, daß die Chemie stimmt. Und ich habe den Eindruck, sie stimmt auffallend. ;-)
Die Gute neben mir ist ein Jahr jünger, ganz schön attraktiv und dazu noch nett. Sie törnt mich einfach an, und daher der Spaß, das Lachen, die gute Laune. Für sie habe ich da sicherlich nicht die gleiche Bedeutung, denn sie ist verheiratet und hat ne 16jährige Tochter (nee, keinen Sohn). Wir haben uns sehr viel Privates schon erzählt.
Sei es, wie es sei: wenn das noch 2 Tage so geht, dann bin ich verknallt. Oder zumindest etwas angefixt. Jedenfalls in perfekter Stimmung - solange sie in der Nähe ist. Und wenn ich dann heimgehe, wenn wir uns trennen, dann bin ich "sad", dann fällt meine Laune sofort unter Null. Klare Anzeichen für eine Verliebtheit, oder sieht das jemand anders?!
F U C K ! °°°°°°°°°^^^^^^^^^^^°°°°°°°°°°°°°°^^^^^^^^^^^^^^
flashlink - 11. Mär, 13:17
Als reflektierender Mensch kenne ich so ungefähr meine Wesensart. Heute durfte ich mich selbst dabei beobachten, wie ich meine Charakterzüge so langsam offenbare.
Ganz realistisch betrachtet bin ich frust-, neid- und faulheitsgetrieben. Da haben wir schon drei der tiefsten Beweggründe, die in mir stecken.
Als erstes war ich heute wieder zu spät, d.h. immerhin nur 20 und nicht 45 Minuten. Dann hatte ich mir auf dem USB-Stick meinen Standard-Lebenslauf mitgebracht und dachte, nun aus dem Schneider zu sein. Hab das Ding ausgedruckt und dann gemütlich das Surfen angefangen.
Mein Herr Dozent war damit allerdings nicht zufrieden. Er sucht uns nahezubringen, daß jedes kleinste Detail, was nicht paßt, unsere Chancen zunichte machen könnte. Insofern sollen wir also perfekte Lebensläufe vorlegen.
Ich fing an, mit ihm zu diskutieren. Nicht aus inhaltlichen Gründen - nein, einfach, um Aufmerksamkeit zu erlangen. (Darin gleiche ich dem Proll, den ich gestern so getadelt hatte). Ich meinte, ich würde mich sowieso nur unterhalb der Ebene bewerben, wo es auf Details ankomme. Und Zeitarbeitsfirmen verlangen eh keine Bewerbung, sondern lassen nur ihren Fragebogen ausfüllen, fertig.
Er hat gut dagegengehalten, der Mann mit dem Bartzopf. Aber es kam dann doch raus, daß ich so oder so keine Chance hätte. Denn selbst die Leihbuden schmeißen ja alle Leute raus und brauchen niemanden. Reguläre Jobs sind völlig ausgeschlossen.
Ich meinte, ich könne sowieso nicht mit den besten Bewerbern eines jeweiligen Stellenangebots konkurrieren, und außerdem hätte ich auch nichts anzubieten. "Zusatzqualifikationen" wollte ich nicht aufführen, wenn ich da nur "Führerschein" reinschreiben kann. Tja, es wurde dann nicht weiter diskutiert, weil ein anderer seine Fragen stellte.
Aber es finden sich hier schon einige Verhaltensmuster, die typisch für mich sind: ich möchte eine Naupt- und keine Nebenrolle spielen. Da ich das aber mit Leistung nicht kann, muß ich es mit Renitenz machen. Renitenz ist mir zur zweiten Natur geworden, Nonkonformismus ebenso. Ich mache grundsätzlich nicht das, was alle machen, sondern mein eigenes Ding. Außerdem möchte ich nicht, daß man mitkriegt, was ich denn doch kann oder weiß, also spiele ich immer und ewig den Dummen. Und das sehr gekonnt.
Ich locke die Kontrahenten immer regelrecht aufs Glatteis, dorthin, wo sie anfangen zu dozieren und zu belehren. Bei Gelegenheit gebe ichs ihnen dann. Aber immer schön fies. Und wenns geht, lasse ich andere die Arbeit machen. Meinen wüsten Lebenslauf hat nämlich auch der Dozent formatiert, ich hatte darauf keinen Bock.
Alle diese Eigenschaften disqualifizieren mich schon vollständig für jede Anstellung, jede simple Tätigkeit. Soll ich da erst noch die Rekruter hinters Licht führen, indem ich ihnen geschönte Papiere vorlege?? Dann lieber gleich authentisch, und basta.
Auf meinem Lebenslauf stand all die Jahre noch nicht mal die Adresse, geschweige denn die Telefonnummer, und trotzdem habe ich damit drei Anstellungen erreicht, bei einer Bewerbungsquote von drei.
So what?????????????????
flashlink - 10. Mär, 22:55
Gleich am Anfang aufgefallen ist ein jüngerer Typ, ein ehemaliger Nachbar, d.h. wir kennen uns, er ging mit meinem Bruder in die Klasse. Der hat nur das Maul aufgerissen und dumme Bemerkungen gemacht. Ein Assi, wenn ichs mal so sagen darf.
Die meisten sind Männer, Handwerk, Bau, usw. Einige sagen gar nichts, halten sich völlig raus. Die paar Frauen machen ihr Ding für sich.
Ich hatte mich ja neben die von hinten attraktivste Dame gesetzt, und sie war auch aus anderen Richtungen sehr ansehnlich. Abgesehen vom Vollmasken-Makeup, das die ganze Gesichtshaut bedeckte. Hatte offensichtlich ein intensive Vorbereitung auf den Ernst des ersten Tages getroffen.
Wir wurden dann schon etwas warm miteinander, besonders, als wir beim Tippen eines Lebenslaufs uns beide nicht sonderlich geschickt anstellten und und daher auch austauschen mußten. Ein paar nette Gespräche mit einer netten Frau verändern natürlich den Tag. Sie war mal Krankenschwester, hatte aber zuletzt bei einem Autozulieferer gearbeitet.
Unser Dozent ist 30, ein absolut klassischer Sozpäd-Typ: zwei Kapuzenshirts übereinander, lange Haare, Zopf, dazu vorne eine mit Gummis gebundener Bartzopf, der ihm vom Kinn baumelt. Doof beim Essen, würde ich sagen. Abgesehen davon hat er aber sowohl Erfahrung als auch Talent, um unbeeindruckt von dummen Zwischenrufen oder besserwisserischen Prolls seine Themen durchzuziehen.
Für die letzte Gruppe hat er sogar Bewerbungsfotos geknipst und nachbearbeitet. Er besteht nicht dogmatisch auf irgendwelchen Regeln, er macht das schon sehr gut.
Als ich etwas aufgetaut war, habe ich natürlich auch einige Bemerkungen gemacht. Als ich fragte, ob er denn schonmal arbeitslos war, nahm er das zum Anlaß, seinen Lebenslauf zu erzählen.
Naja, trotzdem habe ich keine Lust, weil es öde ist, weil es öde ist, weil es langweilt. Weil ich mich gar nicht bewerben will, aber so tun muß, als würde ich wollen. Weil ich mit Word nicht klarkomme, und weil ich es hasse, wenn ich irgendetwas nicht am Besten kann.
Und meine Nachbarin ist schon vergeben und hat einen Sohn, der 16 ist. da stehe ich als Single blöd da und ärgere mich zu Dreck über mein Scheißleben. Wenigstens gibt es Fahrgeld, und zwar so viel, daß am Ende was übrigbleibt.
Müßte jetzt ins Bett, aber ich will nicht. FUCK:
flashlink - 9. Mär, 23:19
Mit 3,5 Stunden Schlaf einen achtstündigen Unterrichtstag durchzustehen, das ist für mich schon kaum noch darstellbar. War vor 10 Jahren noch anders.
Mittlerweile habe ich schon zig dieser Bildungsträger gesehen, die alle stets in einem alten Fabrik- oder Gewerbebau untergebracht sind, mit den gleichen Gipskassettendecken, den gleichen eingelassenen Deckenlampen, der gleichen tristen Rauhfaser an den Wänden, mit dem Flipchart vorne.
Mir ist das so gut bekannt, daß es quasi eine zweite Heimat ist. Die unvermeidlichen Einsammlungen von Schriftstücken, Anträgen, Verträgen, die Abklärung der Pausenzeiten, die Verlesung der Belehrungen, der Fluchtwege, der Parkplatzordnung - alles genau so schon ypsen mal erlebt.
Das muß eine Zeitschleife sein, in der ich mich befinde. Ein gutes Gefühl ist das nicht, eher ein ödes, ein trostloses Gefühl.
Dazu trägt dann auch das Coming Out der ersten prolls bei, die in der Zigarettenpause draußen rumstehen und einen auf Dicken Max machen, sich erstmal produzieren und die Rangordnung abchecken. Ich habe noch nie was für diese Klientel übriggehabt, und meine Leben lang (!!) wasr ich ihnen dennoch ausgeliefert.
Ich rauche nicht, aber ich stehe manchmal mit dabei, um eben nicht ganz abseits zu stehen, und um nichts zu verpassen. Aber es ist schon echt öde, diese Gesellschaft.
Die Ruhrkohle AG betreibt im tiefsten Osten dieses Zentrum, wo auf vielen Etagen auch Metallberufe, Rettungsassis und Köche ausgebildet werden. Ach, ich hasse diese Atmosphäre der Lehrlingswelt, diesen Zwang zum Markieren, dieses Großgetue, diese dumme Proletenwelt.
Na, und leider habe ich es nicht mal bis zum Proleten gebracht.
Mehr im nächsten Artikel...
flashlink - 9. Mär, 23:06
Mein Stil ist nicht gerade jobkompatibel. Meinen Lebensstil meine ich. Heute ging ich so gegen halb drei ins Bett, suchte lange den Schalf und als ich endlich mal weg war, kam das Handy und piepste mich zurück.
*pimmelbarsch und hirn*
Ich hatte eine Mordswut auf den ganzen Tag, denn so qualvoll mit dem realen Leben konfrontiert zu werden ist grausam. Und aus dieser Wut heraus nahm ich mir dann auch echt die Zeit, die ich zum Wachwerden brauchte.
Am Auto angekommen, vermißte ich noch die Geldbörse und mußte nochmal umkehren. Das führte im Endergebnis dazu, daß ich statt 7.45 Uhr erst 8.20 Uhr in der Bildungseinrichtung an die Tür klopfte.
Es hat natürlich keine Sau gejuckt. War ja klar. Als nächstes checkte ich, daß da ein weibliches Wesen mit langen Haaren noch einen freien Platz neben sich hatte. Genau den steuerte ich auch an. Weiterhin konnte ich mich freuen, daß ich so clever war, gleich in den Hof des Bildungsträgers gefahren zu sein. man darf dort zwar nicht parken als billiger Teilnehmer, aber das wußte ich ja nicht. Hatte definitiv am Sc hluß den kürzesten Weg zum Fahrzeug.
Was weiterhin vorgefallen ist und wie es so war, das schreibe ich nach dem Volleyballtraining. Klaro?
flashlink - 9. Mär, 19:32
Nach dem Abbruch und der schnellen Trennung von meiner Schule und den lieben Klassenkameradinnen ereilt mich nun mein Schülerschicksal erneut.
Naja, gut: "Schüler" kann man nicht so recht sagen. Ich tue dem Arbeistamt einen Gefallen, indem ich zwei Wochen Bewerbungstraining mitmache. Finde ich ja auch ganz ok, denn erstens wird dem Bildungsträger beim Überleben geholfen, zweitens lernt man Leute aus dem eigenen Milieu (Arbeitslose, Auskenner, Schmarotzer) kennen und kann Tricks austauschen, drittens komme ich mal raus aus dem täglichen Trott.
Klar - die Schwarzarbeit fällt dann erstmal flach, aber die rennt ja nicht weg...*gg*
Ich werde also meine Eindrücke vom Bewerbungstraining wie gewohnt in kuhler Manier hier schildern. Viel Spaß, bis dann!
flashlink - 9. Mär, 01:12
Für Angestelltenjobs bin ich kaum noch einsetzbar, soviel ist klar. Es wird dabei über kurz oder lang zu intensiven Problemen kommen, mit den Kollegen, den Chefs und mit meiner Motivation und Leistungsbereitschaft.
Es gäbe ja auch genug Chancen, auf selbstständiger Basis Geld zu verdienen. Man muß nur wollen und an sich glauben. Externe pädagogische Angebote für Kindergärten wären da nur ein Beispiel - man könnte das als "Förderung im musischen/ kreativen/ sprachlichen/motorischen Bereich" deklarieren und mit den Kids Sport machen, Vorschulenglisch, oder Puppenspiele, Musikals etc. pp. Die Kindergärten kaufen sowas gerne ein, und wenn man gut ist, sollte das top laufen.
Ich bin nicht gut, ich bin depressiv. Tja.
Einen Tick aufwändiger ist es, Tagesvater zu machen. Das Geld liegt da praktisch auf der Straße, man muß es nur aufheben. Die Kommunen werden ihre Fördermittel ja gar nicht los. Es gehört natürlich eine Menge Vertrauen gegenüber einem männlichen, unverheirateten Kinderbetreuer dazu. Was, wenn er pädophil veranlagt ist und sich nur austoben will? Undenkbar.
Ich mag nicht gegen solche Bedenken ankämpfen, also: tschüs.
Außerdem würde ich auch die Kraft für den Arbeitsaufwand nicht aufbringen. Was könnte ich noch tun? Artikel für die Zeitung schreiben. Müßte einfach nur anfangen. Tu ich aber nicht. Noch Fragen? Oder: Lektorat für Texte anderer Leute. Heute beherrschen ja nicht einmal mehr SPIEGEL-Redakteure ordentlich Deutsch. Fragt sich nur, ob das jemand bezahlt...zumal dann wieder die Frage nach dr Qualifikatin kommt ("kein Studium"??!).
Wenn es soweit ist mit dem HartzIV-Empfang, wird sich sicher ein netter 1-Euro-Job für mich finden. Das Leben ist dann gelaufen, und eine H4-Karriere ist besser als gar keine Weiterentwicklung.
*lach*
Oder kennt jemand ein neues Medikament, das als ein Art "mentales Viagra" fungiert und dazu führt, daß man geistig gesehen wieder "einen hochkriegt"? Das wäre auf jeden Fall mein Mittel der Wahl. Jedoch besteht dann eine neue große Gefahr: es könnte zu manischen Episoden kommen. *Looooooool*
flashlink - 27. Jan, 14:15
Neues Jahr, neues Glück. Zwei Damen aus meiner Ex-Klasse wollen aufhören mit der Ausbildung. Aus unterschiedlichen Gründen. Auf jeden Fall zeigt es sich, daß ein Neuanfang im gesetzten Alter besondere Schwierigkeiten mit sich bringt, denn im Kollegenkreis (neudeutsch "Team") wird man beinahe immer gezwungen sein, eine unterschwellige oder offene, ganz bewußte Abwertung der eigenen Fähigkeiten hinzunehmen und sich als "dummer Praktikant" oder "Anfänger" behandeln zu lassen. So sind die Gesetze der Arbeits- und Sozialwelt, so sind die Menschen.
Mit 18 sieht man das auch ein, mit 28 eher nicht.
Ich selbst beziehe noch bis Februar BaföG, dann gibts ALG I. Das ist signifkant weniger als der BaföG-Betrag. Zur Zeit bin ich pleite, d.h. in den Miesen. Ich bin selber dran schuld, könnte ich mir doch meine Schwarzarbeit bezahlen lassen, was andere selbstredend tun, nur ich nicht. Ich denke immer, die anderen sind auch so arm wie ich. Das ist eine irrationale und dumme Denkweise. Aber wer kann über seine Schatten springen??
flashlink - 26. Jan, 14:07
Dies wäre dann gerade die Nummer Hundert. Mittlerweile ist die Postingfrequenz schlichtweg zu niedrig um überhaupt Leser zu halten. Abgesehen davon gibt es ja thematisch nichts Neues mehr. Seit Weihnachten habe ich es nicht geschafft, zu meinen Ex-Mitschülerinnen Kontakt zu halten.
Neulich geriet erstmalig meine gelegentliche Kinderbetreuung etwas daneben, weil der kleine Dennis, den ich ins Bett bringen sollte, nicht dort blieb. Ich habe eine Menge Sachen ausprobiert, bis hin zu der Androhung von einem "Plan B", nämlich, so laut zu werden wie sonst nur der Papa. Ich sollte es ihm erstmal demonstrieren, was ich auch getan habe.
Trotzdem erschien er 10 Minuten später wieder in der Tür, also habe unmittelbar Plan B in Kraft gesetzt. Der Kleine ging sofort wieder ab Richtung Kinderzimmer, aber das folgende sich immer mehr steigernde Protest- und Beleidigungsweinen konnte ich (da ich eben doch kein Papa bin) nicht auf sich beruhen lassen. Er wurde getröstet und weiterhin bespaßt, und so saß er auch bei Rückkehr der Eltern noch musikhörend im Bett.
Trotzdem (bzw. gerade deswegen) war es ein sehr schöner Abend für den Jungen - hat er gesagt. Einmal zum Weinen gebracht zu werden kann eben auch den Vorteil mit sich bringen, eine liebevolle Tröstung zu erhalten.
Aktuell schwebe ich zwischen ALG und BaföG, das eine ist erst beantragt und das andere noch nicht abgemeldet. Organisationstechnisch ein reines Debakel, aber ich muß irgendwie den Geldeingang auf dem Konto sichern, denn ich habe keine Reserven. Außerdem steht der Pfänder schon vor der Tür.
Berufliche Perspektive so far: NULLO.
flashlink - 10. Jan, 22:02
Weihnachten ist vorbei. Ohne eigene Kinder nicht so das Wahre, ehrlich gesagt. Das Geheimnis von Weihnmachten liegt nun mal im Kind, im Kindlichen. Immerhin habe ich mehrere beschenkte Kinder gesehen (und manche auch selbst beschenkt).
Hier gibt es ja durchaus unterschiedliche pädagogische Ansätze. Bei der zunehmenden Flut von Geschenken soll es Eltern geben, die Wert auf etwas mehr Zurückhaltung legen. Ja, das bedeutet dann quasi: ein Kind, ein Geschenk. Natürlich kommen dann Geschenke von außerhalb der eigenen Familie dazu. Aber für den ersten Moment wirkt das Volumen dieser "Ein-Geschenk-Politik" schon recht dürftig, nach heutigen Normen.
Schlecht ist das jedoch nicht, denn glasklarer Weise liegen alle die vielen Geschenke ja eh nach Beendigung des Jahres nur noch in der Ecke herum. Die von mir gemeinten Kinder empfinden m.E. jedenfalls keinen Mangel. (Ihnen würde ja wohl auch der Computer ganz allein zum Spielen völlig ausreichen).
Mit zwei Ex-Klassenkameradinnen habe ich kurz Mails ausgetauscht. Man will in Kontakt bleiben - jedoch ist dies mit mir nicht direkt einfach, da ich sehr reaktionsschwach bin...
Beim Betrachten der neuen Webseite der Schuhle stellte ich fest, daß einige Damen aus meiner Klasse den Header zieren. Cool. Und für mich mit Wehmut verbunden.
Unglaublich, daß ich da mal dazugehört habe.
flashlink - 27. Dez, 03:03
Ich könnte nicht behaupten, daß ich nach Verlassen der Schuhle irgendeinen Plan gehabt hätte, wie es weitergeht. Ich habe noch nicht mal einen Plan, was ich überhaupt und an sich mit meiner Lebenszeit anfangen soll.
Aber die Miete muß ja trotzdem gezahlt werden (wer weiß, irgendwann zahle ich die wohl auch einfach nicht mehr, werde obdachlos und gehe auf die Walz) - also mußte ich dem Arbeitsamt meinen Wunsch nach Leistungen mitteilen, Der erste Versuch scheiterte, und
hier könnt ihr lesen, woran.
Mit Ersatzpapieren habe ich meinen Besuch wiederholt und darf natürlich nun die geballte Ladung an Bürokratie auskosten, die mittlerweile am Antrag auf ALG dranhängt. Die wollen den Antrag ausgefüllt haben, mit 5jährigem lückenlosen Nachweis der Beschäftigungen (braucht 6 Zeilen bei mir). Alles muß mit den passenden Belegen nachgewiesen werden. Dabei steht das schon längst bei denen im Computer, da sie es ja mindestens einmal jährlich von mir bekommen.
Dann wollen die einen Bericht über "Beendigung der Beschäftigung auf ärztliches Anraten", weil ich mich auf gesundheitliche Probleme berufen habe. War ja zu erwarten. Nur habe ich noch nicht mal einen Arzttermin. Nach anfänglichen Versuchen habe ich das nämlich schleifen lassen.
Dann wollen die ein Arbeitspaket ausgefüllt haben mit meinen Berufswünschen, meinen Ersatz-Berufswünschen, meinen beruflichen Fähigkeiten, meinen bisherigen Bewerbungen, meinen 5 größten Stärken, meinen IT-Kenntnissen und meinen Wünschen bzgl. Wohnortnähe, Schichtarbeit, Teilzeitarbeit, Einkommenshöhe und was weiß ich nicht noch alles. Und was ich mit dem Vermittler noch geren besprechen würde, soll ich schreiben. Mir fällt da leider gar nix ein. Ach ja, die kompletten Bewerbungsunterlagen muß man auch noch vorlegen, damit man nicht dummes Zeug reinschreibt und dann die Stellen nicht kriegt.
Ich hab nun mal angefangen, den Kram auszufüllen. An die Schuhle ging ein Brief mit meinem Schülerausweis (schade, hätte noch manchen Euro gespart dadurch) und der Bitte, eine Schulbescheinigung auszufüllen. Das will das Amt auch noch sehen. Na aber holla die Waldfee!
Ich habe festgestellt, daß ich im beruflichen Sektor null Kenntnisse und null Erfolge vorzuweisen habe und somit nur für Hilfsarbeits-Jons infrage komme. ich weiß nicht - das spricht dann schon sehr für HartzIV.
flashlink - 11. Dez, 13:28