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Mittwoch, 10. Dezember 2008

Psychologische Eindrücke von L.

L. saß in meiner ersten Klasse hinter mir. Über die Zeit entwickelten wir zuerst ein gutes, dann ein sehr freundschaftliches Verhältnis. Ich würde sagen, in dieser (Haifisch-) Klasse war sie meine sympathischste Mitschülerin.

Wir schrieben uns auch manchmal Zettel, wenn wir uns über sehr persönliche Dinge austauschten. Einen habe ich mir aufgehoben. Ich fand ihn wieder, als ich erstmals seit dem Ende der Ausbildung meine Federmappe aus dem Rucksack holte, um die Arbeitsamts-Papiere auszufüllen.

Sie schrieb mir über meine Absicht, die Ausbildung zu beenden (Frühjahr 2008 war das, beim ersten Versuch):

"Ich bin trotzdem der Meinung, daß du dir das nicht richtig überlegt hast. Du bist so eine Sorte von Menschen, die sich sehr von ihren Gefühlen leiten läßt. (absolut richtig!)
Ist alles okay, du hast gute Laune und alles stimmt, dann willst du weiter machen und kämpfen, aber kaum klappen paar Dinge nicht so wie du dir's vorstellst, dann gibst du schnell auf.

Ich denke, was dir fehlt, ist mal ein Partner der es ernst mit dir meint (jo, zB. L. hätte dies sein können!) und der dir bei deinen Entscheidungen hilft. Klar gibt man irgendwann mal auf, aber ein liebender Partner würde dich wieder zurückholen. (L. bedauerte mich stets wegen meiner Partnerlosigkeit).

Ich hab auch kein Bock mehr, bin in der Schule sehr schlecht geworden, hab Probleme mit meinem Freund, kann nicht mit Geld umgehen und hab auch keine Lust mehr auf diese Ausbildung! Aber ich werde kämpfen, denn ich will Erzieherin werden und dafür werde ich alles tun und vor allem kämpfen! (Großartige Einstellung, die mir zeit meines Lebens immer fremd geblieben ist).

Mir merkt man das auch nicht an, ich kann mich gut verstellen. Mache 3 Kreuze wenn endlich Sommerferien sind, denn mein Akku ist leer. Vollkommen leer.

Vielleicht denkst du nach den Ferien wieder anders, hast wieder Energie und Elan...aber aufgeben ist scheiße. Da gibt es ein schönes Lied (sie war sehr musikalisch):

'Wenn du jetzt aufgibst,
dann wirst du's nie versteh'n,
du bist zu weit, um umzudreh'n.'

Wie gesagt, du kannst mir gerne deine Lebensgeschichte schreiben, ich bin offen für alles und hör dir gern zu! Vielleicht kann ich dir ja helfen...ein Versuch ist es wert!"

Zitatende. Live abgetippt, wie es dastand. Jo, wir haben uns gut verstanden, und L. hat es dann tatsächlich geschafft, daß ich meine Kündigung nicht abgab. Nur wegen ihr und I. Trotzdem kam ich dann in eine neue Klasse, wir haben uns nochmal für eine Woche gesehen und seitdem keinen Kontakt mehr. Ich könnte durchaus äußerst sentimental werden, wenn ich dran denke, daß dies nun schon wieder ewig her ist - und L. ihren Weg weitergeht, auch wenn sie in der Klasse mächtig angefeindet wurde und wohl auch noch wird.

Und nein: ich habe ihr nicht meine Lebensgeschichte geschrieben. Ich glaube nicht, daß sie mir irgendwie hätte helfen können. Das wollten schon sehr, sehr viele Leute...

Freitag, 28. November 2008

It's all over now...

...baby blue. Seit September 2007 ging ich wieder zur Schuhle (die ich aus Jux in diesem Blog immer mir h schrieb). Nun ist das endgültige Aus gekommen.

Vor drei Tagen schrieb ich meine Kündigungen. Diejenige für die Schule schickte ich per Post, die für den Praktikums-Kindergarten brachte ich nachts mit dem Auto vorbei.

Seitdem bin ich mächtig abgesackt und in ein Loch gefallen. Aber die Angstzustände sind wie weggeblasen. Nennt man wohl "den Teufel mit Beelzebub austreiben". Was Besseres ist mir aber nicht eingefallen. der Psychiater ist nicht ans Telefon gegangen, war wohl im Urlaub...

Meine Klasse hat ein wahres Feuerwerk abgebrannt, um mich am Aufgeben zu hindern. Eine hat mich persönlich angesprochen, eine andere mir SMS geschrieben, eine dritte mir einen Brief in den Briefkasten gesteckt. Den habe ich erst aufgemacht, als ich die Kündigungen fertig hatte. Ich wollte es nicht riskieren, wieder schwach zu werden :-(

Dann kamen zwei Tage lang jede Menge Anrufe. ich weiß nicht wirklich, von wem die waren, aber es dürfte die Schule und die Mitschülerinnen gewesen sein. Ich bin nie rangegangen, ich hab mich da extra innerlich gewappnet.

Nun ist das also vorbei, und ich bin innerlich bereits meilenweit von diesem Kapitel meines Lebens entfernt. Ich kann mir sozusagen nicht mal mehr vorstellen, daß ich mal als Schüler zu einer Erzeiherinnenklasse gehört habe, daß ich gebüffelt habe, gebastelt, AGs besucht, Sport getrieben und getanzt habe. Irgendwie crazy - leider ging es nicht anders.

Immerhin knapp 1,5 schöne Jahre gehabt, dadurch.

Da BaföG-Amt ist noch nicht informiert, damit sie mir nochmal ne Rate überweisen. Danach greift dann das ALG, hoffe ich. Jetzt bin ich allerdings erstmal schwerst erkältet und überhaupt nicht handlungsfähig.

Ich vermute, daßich eine größere Anzahl von Personen schwer enttäuscht habe. Sie hätten sich wohl von Anfang an nicht so ein positives Bild von mir machen sollen, denn: ich bin ein Mensch, der im A... ist.

Samstag, 22. November 2008

Ziemlich schockierend

Habe heute erfahren, daß ich nicht das einzige Opfer meines Praktikums-Kindergartens bin. Als ich dort war, bekam ich den Besuch einer neuen Kollegin mit, die sich dort gerade umsah. Mehr erfuhr ich nicht, da ich dann für immer diesem Psycho-Gefängnis den Rücken kehrte.

Diese Frau wurde eingestellt und hielt es (leider) etwas länger aus als ich. Sie bekam keinen Fuß auf den Boden, und es ging ihr beizeiten sehr schlecht: Depressionen, Bluthochdruck, Angst. Am Ende wurde sie mit einem Schein-Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert, das muß man sich mal vorstellen. Sie konnte dan natürlich nicht mehr dort arbeiten, hat aber einen ordentlichen Knacks wegbekommen, schlägt sich mit Angstzuständen herum.

Leider habe ich es mangels Informationen versäumt, die Bekannte zu warnen. So hat sie sich kaputtmachen lassen. Offensichtlich ist der Druck in manchen Kitas sehr hoch und das Klima dermaßen schlecht, daß man es nicht aushalten kann.

Demnächst werden zwei junge Mitschülerinnen in selbigem Kindergarten ihr Praktikum antreten. Der einen traue ich es zu, daß sie mit der Chefin zurechtkommt - sie sind das gleiche Kaliber. Die andere sehe ich schon in der Opferrolle. Ich weiß nicht genau, ob ich sie vorwarnen soll. Kann sein, ich setze negative Vorzeichen für das Praktikum, die nicht nötig gewesen wären. Allerdings, bei dieser Vorgeschichte...

Sonntag, 16. November 2008

Berufserfahrung

Im Rahmen des Sammelns von praktischer Erfahrung bin ich mit Nichte und Neffe nach Z. zum Programm von Daniel Kallauch gefahren. Wir waren zu spät dran, weil wir nicht gleich den richtigen Veranstaltungsort ansteuerten. Dafür durften wir aber gleic´h vor dem Eingang parken, was sehr vorteilhaft war.

Daniel Kallauch ist Entertainer für Kinder, kann bauchreden (mit ner Puppe) und schreibt Lieder. Da sind einige sehr beliebte Hits für Kinder dabei rausgekommen. Entsprechend knackevoll war der riesige Saal. Werden über 500 Besucher gewesen sein, schätze ich.

Da war die Bühne schon echt weit weg, viele Köpfe im Weg und ein Spotlight samt Bediener versperrte ebenfalls die Sicht. Ich mußte meine Kinder extra gut hochhalten, damit sie was sahen.

In der Pause entdeckte mein Neffe dann seinen Freund, einen Nachbarsjungen, da war der Abend gerettet. Bis dahin hatte er wenig Spaß an der ganzen Sache. Zuviele Fremde, zuviel Trubel. Aber die Massen von Kindern, die sich begeistert auf Stühle stellten: für mich war das ein schöner Anblick.

An einem Büchertisch traf ich auch noch einen Ex-Mitschüler, der gerade im Rahmen seines Praktikums dort Zeugs verkaufte. Wir wechselten einige Worte, ich verschwieg tunlichst, daß ich wegen Depris KS habe...

Alle Kaufwünsche der beiden Kiddies (Schlüsselanhänger, T-Shirts, CDs) konnte ich abschmettern und damit die Kosten des Abends auf einen Becher Limonade für jeden beschränken. Am Ausgang gabs dann noch einen Luftballon und ein Plakat. War gut organisiert, das Event, und zwar von Christen, wie ich mitgekriegt habe. Kallauch ist auf dieser Schiene unterwegs.

Somit habe ich praktische Erfahrungen gesammelt, wie man als Entertainer Kinder bespaßen kann, und was diese für real und nicht real halten. Eine große Plüschmöhre identifizierte der Kleine als unecht, und das Fake-Fernglas, mit dem das Publikum bespitzelt wurde, ebenfalls.

Krankenschein

Eine Woche Krankenschein ist vorbei. Der Arzt hat etwas herumgegrantelt und dann die Diagnose F32.9 aufgeschrieben. das könnt ihr nun selber googeln...

Man hat mich bereits versucht zu erreichen, da ich von mir aus der Schule keinerlei Infos zukommen lassen habe. Nicht mal den KS konnte ich transferieren. Nun wird man harte Maßnahmen wegen unentschuldigten Fehlens ergreifen. Bei meinen Mitschülerinnen habe ich mich allerdings per SMS gemeldet.

Ich denke, das war's nun ein für allemal. Ich kriege das nervlich nicht mehr auf die Reihe und muß also mein Scheitern eingestehen. Meine Banknachbarin hätte mich geren weiter "behalten", aber das wird nun nichts. Wenn ich nur wüßte, wie ich es der Schule und den Mitschülernnen beibringe..und der Praktikumsstelle.

Da wäre eine saftige Diagnose vom Psychiater wohl ziemlich hilfreich. :)

Dienstag, 11. November 2008

Ignoranz tut gut

Habe den Englisch-Vortrag nicht gemacht, nichts vorbereitet. Keine Lust. Gestern früh hab ich den Wecker ausgemacht und mich so down gefühlt, daß ich gleich den ganzen tag gestrichen habe. Aus meinem Schlummer wurde ich durch einen Handyanruf gerissen, wohl eine Mitschülerin. Kann sein, sie wollte mit mir mitfahren.

Ich habe das konsequent ignoriert und mich in meinem Bett nochmal rumgedreht. Es gibt nun eh keinen Weg mehr zurück, die Messen sind gelesen. Nun muß ich es nur noch meinen Mitschülern, den Lehrern und der Schulleitung beibringen. Und der Praktikumsstelle. Eigentlich möchte ich keine der genannten Parteien mehr sehen. Werde also erstmal Krankenschein nehmen und dann weitersehen.

Um meine wirklich feine und beliebte und von den Lehrern über alles hochgelobte Klasse tut es mir natürlich sehr leid. Aber man kann nicht nur die Rosinen aus dem Kuchen picken. Ohne Praktika keine Erzieherausbildung. Wenn man gescheitert ist, dann sollte man das auch anerkennen und akzeptieren.

Das fällt mir echt nicht mal schwer. Fuck!

Sonntag, 9. November 2008

Sonntagabend

Ich habe mir vorhin einige Texte über New England ausgedruckt. Daraus muß ich noch einen kleinen Vortrag basteln, den ich morgen früh dann wohl halten werde.

Das sind alles nur noch Rückzugsgefechte, denn ich habe mich erneut entschlossen, die Ausbildung hinzuschmeißen. Das ist eine schlechte Alternative, aber es gibt noch eine schlechtere: mein Leben mit einem ständig wachsenden Angstgefühl und einer beschissenen Depression zu führen.

Damit kann man eh nicht lernen, nicht arbeiten und auch sonst nichts. Von daher bleibt mir gar keine Wahl. Mein Leben ist in letzter Zeit kaum noch erträglich gewesen, ich bin völlig k.o. und mit den Nerven am Ende. Ich könnte zum Arzt gehen und um Tabletten betteln, die alles easy machen oder so. Aber erstens gibt er die nicht gerade gerne heraus, und zweitens ist das eh keine Lösung auf Dauer.

Dann schon lieber 90 Tage (soviel Anspruch habe ich noch) ALG I und danach Hartz IV. Was solls, ich habe keinen Bock mehr auf irgendetwas. Nun ja, wenigstens habe ich es versucht. Any other suggestions?

Freitag, 7. November 2008

Platt

Mir gehts mit der Ausbildung leider dermaßen schlecht, daß ich von Tag zu Tag überlege, den ganzen Kram hinzuschmeißen.

Zu den Aufgaben, die heute von mir verlangt werden, habe ich absolut null Bock. Ich will einfach nicht mehr. Ich will einfach überhaupt nichts mehr - außer meiner Ruhe. Amen.

Montag, 3. November 2008

Zwei Wochen Ferien

Eigentlich sollte ich froh sein über zwei freie Wochen. Leider begannen sie schon mal mit Kranksein (grippaler Infekt) und gingen dann ebenso wenig befriedigend weiter. Meine Stimmung sank immer mehr in den Keller, so daß ich nicht mal mehr Bock auf Bloggen hatte.

Nun weiß ich nicht, ob hier noch jemand vorbeischaut. Trotzdem werde ich jetzt wieder mehr aktualisieren, da ab heute die Schuhle wieder läuft. Darf gleich mal zwei Mitschülerinnen mit zur Schule nehmen, disen Wunsch äußerten sie per SMS gegen halb zehn. Bei ihnen soll auch eine Halloween-Party stattgefunden haben, da muß ich gleich mal danach fragen.

Ich selbst hab an sowas null Interesse, Halloween heißt bei mir Reformationstag. Meine halloween-liebende Mitschülerin allerdings mag keine Christen, wie ich mitgekriegt habe. Aber zum Autofahren sind sie immerhin gut, nicht wahr?

Leider hab ich nicht mal den TÜV für die Karre in den Ferien über die Bühne gebracht. Er hat keinen gekriegt und muß erst repariert werden. Fein, das kostet wieder zusätzlich Geld! Krieg jetzt immerhin so gegen 630 Euronen BaföG pro Monat. Hab aber noch unbezahlte Rechnungen liegen...seufz.
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Heute wird es was! Und wie!

Was in einer kuhlen Schuhle abgeht

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Zuletzt aktualisiert: 7. Aug, 19:02

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